Way Beyond

Kategorie: Bücher

Headhunter

Headhunter (von Jo Nesbø)

Inhalt in einem Satz: Roger Brown, ein angesehener Headhunter und nebenberuflicher Kunstdieb wird plötzlich selbst zum Gejagten als er seinen neuen “Clienten”, Clas Greve, der es auf die CEO-Position eines GPS-Unternehmens abgesehen hat, unterschätzt.

Kritik in einem Satz: Ein Pageturner, der spannend bis zur letzten Seite ist, der aber leider nicht durchgängig stimmig ist.

Idee: ♦♦♦
Sprache: ♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: -
Katharsis: -

Karte und Gebiet

Karte und Gebiet (von Michel Houellebecq)

Inhalt in einem Satz: Der Roman schildert das Leben des Künstlers Jed Martin und streift dabei zugleich die großen Themen des Menschseins zart und unaufdringlich: die Liebe, die Arbeit, das Altern und den Tod.

Kritik in einem Satz: Eine unglaublich gut beobachtete und sprachlich perfekte Reflexion der Kunst und des Menschseins im Allgemeinen – absolut lesenswert und (auch im wörtlichen Sinne) ausgezeichnet!

Idee: ♦♦♦
Sprache: ♦♦♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: ♦♦
Katharsis: ♦♦

Erntedank

Erntedank (von Volker Klüpfel und Michael Kobr)

Inhalt in einem Satz: Der allgäuer Kommissar Kluftinger klärt Morde auf, die in offenkundigem Bezug zu den Sagen dieser Region stehen.

Kritik in einem Satz: Ein typischer Vertreter der aktuell in Mode gekommenen Lokalkrimis, der aber dadurch besticht, dass er dem einzelnen Menschleben noch echten Wert beimisst.

Idee: ♦
Sprache: ♦
Dramaturgie: ♦
Appellfunktion: -
Katharsis: -

The Revisionists

The Revisionists (von Thomas Mullen)

Inhalt in einem Satz: Zed kommt aus der Zukunft, um sicherzustellen, dass die Vergangenheit genauso passiert wie sie passiert ist – einschließlich ihrer grausamsten Momente, denn nur so lässt sich die perfekte Zukunft retten.

Kritik in einem Satz: Die gelungene Grundidee leidet unter den zwangsläufigen logischen Problemen des Zeitreisens, die das Buch verdrängt, aber natürlich nicht auflösen kann.

Idee: ♦♦♦
Sprache: ♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: ♦
Katharsis: ♦

The Many Deaths of the Firefly Brothers

The Many Deaths of the Firefly Brothers (by Thomas Mullen)

Inhalt in einem Satz: Die Firefly Brothers steigen zu berüchtigten Gangstern in der Zeit der großen Depression auf, werden von vielen geliebt und manchen gejagt, aber was auch immer passiert: sterben können sie nicht – oder doch?

Kritik in einem Satz: Ein grandioses Zeitengemälde eines bedeutenden Abschnitts der amerikanischen Geschichte!

Idee: ♦♦
Sprache: ♦♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: ♦
Katharsis: ♦

Alpenkasper

Alpenkasper (von Willibald Spatz)

Inhalt in einem Satz: Als der unkonventionelle Polizist Birne verschindet macht sich sein Bruder Jakob auf die Such nach ihm… und gerät dabei immer tiefer in ein Gewirr rechter Intrigen.

Kritik in einem Satz: Für einen der momentan marktgängigen Provinzkrimis durchaus unkonventionell und interessant zu lesen.

Idee: ♦♦
Sprache: ♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: ♦
Katharsis: ♦

1 WTC

1 WTC (von Friedrich von Borries)

Inhalt in einem Satz: Während in Manhatten das neue World Trade Center entsteht, kämpfen vier junge Menschen gegen die Alllgegenwart der Überwachung – am Ende stehen drei Tote.

Buchkritik in einem Satz: Ein unglaubliches Buch, dass zwischen Fiktion und Realität, Spiel und Wirklichkeit changiert – lesenswert.

Idee: ♦♦♦
Sprache: ♦
Dramaturgie: ♦♦
Appellfunktion: ♦♦♦
Katharsis: ♦

 

Souls of horses

Lastly he said that he had seen the souls of horses and that it was a terrible thing to see. He said it could be seen under certain circumstances attending the death of a horse because the horse shares a common soul and its seperate life only forms it out of all horses and makes it mortal.

(Cormac McCarthy, All the Pretty Horses)

Und wenn es sich mit der menschlichen Seele genauso verhält?

Denis Johnson: Der Name der Welt

Inhalt

Mike Reed lehrt an einer durchschnittlichen Uni irgendwo im mittleren Westen der USA. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall verloren. Das Buch beschreibt eine kurze Phase des Aufblühens: Er begegnet der Lebenskünstlerin Flower Cannon – erst zufällig und dann in gesuchten Begegnungen. Und obwohl beide jeweils auf ihre eigene Art verloren in der Welt wirken, finden sie nicht wirklich zu einander… und so kommt es, dass Mike Reed schließlich…

143 Seiten

Zitate

“Ich schrieb Der Name der Welt auf die Rückseite der [Visiten-]Karte [...]“

“Trevor Watt war mal mein Lehrer, mein wichtigster Lehrer. Eine Weile war er der wichtigste Mensch in meinem Leben.”

“An dem Abend, als ich von Trevor Watts Ableben erfuhr, sagte ich zu Ihnen, er sei einmal wichtig für mich gewesen [...] Hier nun der abgeschlossene Gedankengang: Nein, das war falsch, und ich hätte dazusagen sollen: Jetzt ist er tot, und ich merke, ich fühle mich frei. [...] Was für ein erfeulicher Tod!”

Lesenswert?

♦♦♦

 Das Buch ist fesselnd ohne im eigentlichen Sinne spannend zu sein. Es ist die eigenwillige Lebensphilosophie Mike Reeds, die in den Bann schlägt und die eine seltsame Mischung aus Lethargie und kurzen Momenten des Aufbäumens widerspiegelt.

Carlos Ruiz Zafon: Das Spiel des Engels

Inhalt

David Martin wächst in Barcelona kurz nach der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhdt. in ebenso einfachen wie schwierigen Verhältnissen auf. Kaum erwachsen und seinem Traum, Schriftsteller zu werden, ein wenig näher, lässt er sich auf das Angebot des dubiosen Patrons ein. Er soll – für viel Geld – ein einziges Aufragswerk erstellen, ein Buch über die Religion, das in der Lage ist, die Massen zu verführen. Und spätestens von diesem Moment an gerät Davids Leben, das nie einfach war, vollständig aus den Fugen: Er verliert die Frau, die er geliebt hat, verliert den einzigen Freund, wird von dubiosen Gestalten gehetzt und von der Polizei gejagt. Am Ende geht sein Leben immer mehr in Flammen auf: Senior Sempere, der alte Buchhändler, der sein ganzes Leben für ihn da war, stirbt… und nicht nur er. Am Ende ist David einsam und verlassen zu ewiger Flucht verdammt… bis…

(711 Seiten)

Zitate

“Sie sollen wissen, dass ich dank Ihnen einen Mann gefunden habe, den ich liebe und der mich liebt, und dass wir zusammen einen Sohn bekommen haben, Daniel, dem ich immer von Ihnen erzähle und der meinem Leben einen Sinn gegeben hat, den sämtliche Bücher der Welt auch nicht ansatzweise erklären könnten.”

“Jedes Buch, das du siehst, jeder Band hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und gelebt und von ihm geträumt haben. Immer wenn ein Buch den Besitzer wechselt, immer wenn jemand den Blick über seine Seiten gleiten lässt, wächst sein Geist, und es wird stärker.”

“Bei einem Lied ist es der Text, den wir zu verstehen meinen, aber was uns daran glauben lässt oder nicht, ist die Musik.”

“Ein Glaubensakt ist ein Akt der Annahme – wir aktzeptieren eine Geschichte, die uns erzählt wird. Und wir akzeptieren nur als wahr, was erzählt werden kann.”

Lesenswert?

♦♦♦♦

 Es gibt wenige Bücher, die so voll traurig-schöner Poesie sind.

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