Eigentlich müsste der Film “Halt auf freier Strecke” “Vollbremsung im Paradies” heißen. Das Paradies ist – zugegebenermaßen – ein kleinbürgerliches. Da sind Frank und Simone Lange mit ihren Kindern Lilly und Mika endlich angekommen in der kleinen Siedlung am Rande Berlins. In ihrer Dopplehaushälfte. Mit Blick auf die Felder. Und dann: Frank hat einen Tumor. Nicht operabel. Hier beginnt der Film. Und während Frank langsam immer mehr aus dem Leben gleitet, entdeckt der Zuschauer ein kleines Paradies am Abgrund. Wer anfänglich vielleicht noch ein wenig spöttisch auf das spießige Idyll der Langes geschaut hat, begreift nach und nach, was er hier sieht. Simones Liebe zu Frank, zum Beispiel. Oder die Mitmenschlichkeit von Franks Kollegen.
Was hier wie ein Dokumentarfilm erhählt wird, ist einer der beeindruckendsten Spielfilme der letzten Jahre. Der Film ist ganz sicher keine leichte Kost. Aber wer sich auf das Wagnis einlässt, verlässt den Kinosaal mit großer Wahrscheinlichkeit als ein anderer Mensch. Absolut sehenswert.
(Weitere Informationen zum Film gibt es auf Wikipedia.)