Wer sind wir? Wie lässt sich das Ich beschreiben? Metaphorisch gesehen müsste die Ich-Formel wie f(x) o g(x) … o h(x) aussehen. (Wenn das jemals ein Mathematiker liest, möge er mir verzeihen.) Gemeint ist folgendes: Das Ich, wie wir es zu kennen glauben, gibt es gar nicht. Es gibt nur eine Menge unterschiedlicher Funktionen (im Gehirn des Menschen). Gemeinsam sorgen diese Funktionen dafür, dass wir uns so wahrnehmen, wie wir das normalerweise eben tun.
Es ist durchaus übrigens möglich, dass einzelne dieser Funktionen ausfallen (daher wissen wir überhaupt, dass es sie gibt). So können z.B. räumliche oder zeitliche Orientierung verloren gehen oder, gravierender, die Funktion, die unser Erleben unserer Person zuordnet (Patienten fangen dann oft an in der dritten Person von sich zu reden). Der Rest der Funktionen bildet dann in ihrer Überlagerung (weiterhin) das Ich der Person.