Way Beyond

Jede Woche…

Posted in Gedanken by waybeyond on April 18, 2009

Kennen Sie das auch? Es gibt eine Menge Dinge, die man gerne anders machte… oder weiterentwickelte… oder begönne. Und dann bleibt doch wieder alles beim alten. Bei manchen dieser Dinge handelt es sich um Themen, bei denen man sich einen Ruck geben muss. Wer Fallschirmspringen lernen will, muss einfach mal den ersten Kurs buchen (oder einen Tandemsprung). Bei manchen dieser Dinge handelt es sich um Gewohnheiten. Endlich jeden Tag joggen, oder einen Apfel essen, oder die Tasks in der Arbeit auf die Reihe bekommen, oder… oder… oder.

Und für die Änderung, Einführung oder Weiterentwicklung von Gewohnheiten gibt es ein Erfolgsrezept:

  1. Ändern Sie eine Sache pro Woche – nicht mehr. Wenn Sie also täglich Obst essen wollen, weniger Kaffee trinken wollen, Sport treiben wollen usw. usw. fangen Sie mit genau einer Sache an.
  2. Tracken Sie den Erfolg. Führen Sie eine Liste oder nutzen Sie ein Online-Goal-Tracking-Tool. Am besten definieren Sie die Sache so, dass täglich etwas zu tun ist (z.B. täglich ein Stück Obst essen oder jeden Tag einen Spaziergang oder einmal Joggen)… und kontrollieren Sie jeden Abend den Erfolg.
  3. Vermutlich werden Sie mit der ersten kleinen Änderung schon in der ersten Woche erfolgreich sein. Gehen Sie dann in der nächsten Woche die nächste Änderung an – und machen Sie es genau so: Tracken Sie den Erfolg täglich.
  4. Wenn Sie merken, dass Sie mit einer Sache partout nicht erfolgreich sind (also zwei bis drei Wochen keinen Fortschritt erzielt haben), nehmen Sie sich erst ein anderes Thema vor. Der Erfolg der ersten Themen wird Sie vermutlich so motivieren, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Thema erfolgreich zurückkommen können.
  5. Tracken Sie die Themen durchgängig. Also auch wenn Sie z.B. in der dritten Woche die dritte Veränderung angehen, hören Sie nicht auf, die Themen der ersten beiden Wochen zu tracken. Wenn Sie merken, dass Sie hier nachlässig werden, geben Sie dem Thema in der nächsten Woche wieder hohe Priorität (statt ein neues Thema dazuzunehmen). Wenn Sie also z.B. merken, dass Sie in der dritten Woche aufgehört haben täglich Obst zu essen (eine Gewohnheit, die Sie in der ersten Woche etabliert hatten), dann nehmen Sie nicht den täglichen Spaziergang auf die Agenda der vierten Woche, sondern konzentrieren sich erst wieder auf das tägliche Obstessen.

Sie werden sehen, dass Sie mit dieser Methode erstaunlich erfolgreich sind.

P.S. Die Legende besagt, dass sich bereits Benjamin Franklin einer ähnlichen Methode bedient hat, um ein tugendhaftes Leben zu führen. Statt veränderten oder neuen Gewohneheiten, wandte Franklin eine solche Methode auf Tugenden an, die er in seinem Leben umsetzen wollte.

Immer ein klein wenig mehr

Posted in Gedanken by waybeyond on April 18, 2009

Ein gutes Prinzip im Leben ist es, immer ein klein wenig mehr zu tun als unbedingt erforderlich. Damit erfreut man nicht nur seine Mitmenschen, sondern spart sich unter Umständen eine ganze Menge Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt.

Beispiele

Haushalt

Wenn Sie nach einer Mahlzeit nicht nur das Notwendigste tun, sondern evtl. auch noch den Boden unter dem Tisch reinigen oder ein paar andere Dinge in der Küche aufräumen, ersparen Sie sich  Arbeit beim nächsten Großputz oder können diesen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Arbeit

Wenn Sie statt einer kurzen Entscheidungsvorlage per Email diese gleich in Powerpoint (oder als Word-Memo) erstellen und ein paar Minuten auf die ansprechende Aufbereitung verwenden, haben Sie vielleicht deutlich größere Chancen damit Erfolg zu haben, weil andere sie viel leichter Dritten zeigen können und diese durch die klarere Darstellung leichter überzeugt werden.

Einkaufen

Ihr Lebenspartner hat Sie gebeten den Einkauf zu übernehmen? Wenn sie neben der Einkaufsliste noch einen kleinen Strauß  Blumen mitbringen, wird Ihr Lebenspartner mit Sicherheit erfreut sein – Schnittblumen-Allergien sind seltener als gemeinhin vermutet.

Wichtig ist es nur ein klein wenig mehr zu tun und nicht viel mehr. Die zusätzlich erledigten Dinge sollen nebenbei laufen. Ob Sie z.B. zum Tisch abräumen 5 oder 7 Minuten brauchen, macht kaum einen Unterschied… und das ist das Geheimnis.

Krise

Posted in Gedanken by waybeyond on Februar 20, 2009

In Deutschland – und ziemlich an allen anderen Orten der Welt – herrscht Krisenstimmung. Wir stehen am Anfang einer wirtschaftlichen Krise, die wohl nur noch mit der Anfang des letzten Jahrhunderts vergleichbar ist. Entsprechend groß sind die Sorgen der Menschen, entsprechend reißerisch die Titel der Zeitungen.

Bislang handelt es sich “nur” um eine wirtschaftliche Krise. Es ist richtig und notwendig, dass alles getan wird, um diese Krise zu bekämpfen (über die richtigen Mittel lässt sich wie immer trefflich streiten). Allerdings wird allzu leicht übersehen, dass eine wirtschaftliche Krise erst der Anfang sein könnte.

Auf die wirtschaftliche Krise könnte zunächst eine politische Folgen. Erste Veränderungen der politischen Landschaft sind schon zu erkennen (Stärke der kleineren Parteien insbesondere der FDP, Abrutschen der SPD zur “kleinen Partei”, Verankerung der PDS als neue Partei), aber noch bewegen sich diese überwiegend im demokratischen Rahmen.

Auf die politische Krise kann dann die gesellschaftliche Krise folgen. Hierbei brechen  Wertesysteme auseinander, der gesellschaftliche Grundkonsens wird in Frage gestellt… mit nicht absehbaren Folgen.

Deshalb wäre es wichtig, das Augenmerk bereits jetzt nicht nur auf die wirtschaftlichen Aspekte zu legen, sondern aktiv einer politischen und gesellschaftlichen Krise vorzubeugen. Denn im Vergleich zu diesen Krisen wird uns die wirtschaftliche noch harmlos erscheinen.

Denis Johnson: Der Name der Welt

Posted in Books, Bücher by waybeyond on Januar 24, 2009

Inhalt

Mike Reed lehrt an einer durchschnittlichen Uni irgendwo im mittleren Westen der USA. Vor ein paar Jahren hat er seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall verloren. Das Buch beschreibt eine kurze Phase des Aufblühens: Er begegnet der Lebenskünstlerin Flower Cannon – erst zufällig und dann in gesuchten Begegnungen. Und obwohl beide jeweils auf ihre eigene Art verloren in der Welt wirken, finden sie nicht wirklich zu einander… und so kommt es, dass Mike Reed schließlich…

143 Seiten

Zitate

“Ich schrieb Der Name der Welt auf die Rückseite der [Visiten-]Karte [...]“

“Trevor Watt war mal mein Lehrer, mein wichtigster Lehrer. Eine Weile war er der wichtigste Mensch in meinem Leben.”

“An dem Abend, als ich von Trevor Watts Ableben erfuhr, sagte ich zu Ihnen, er sei einmal wichtig für mich gewesen [...] Hier nun der abgeschlossene Gedankengang: Nein, das war falsch, und ich hätte dazusagen sollen: Jetzt ist er tot, und ich merke, ich fühle mich frei. [...] Was für ein erfeulicher Tod!”

Lesenswert?

♦♦♦

 Das Buch ist fesselnd ohne im eigentlichen Sinne spannend zu sein. Es ist die eigenwillige Lebensphilosophie Mike Reeds, die in den Bann schlägt und die eine seltsame Mischung aus Lethargie und kurzen Momenten des Aufbäumens widerspiegelt.

Carlos Ruiz Zafon: Das Spiel des Engels

Posted in Books, Bücher by waybeyond on Januar 17, 2009

Inhalt

David Martin wächst in Barcelona kurz nach der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhdt. in ebenso einfachen wie schwierigen Verhältnissen auf. Kaum erwachsen und seinem Traum, Schriftsteller zu werden, ein wenig näher, lässt er sich auf das Angebot des dubiosen Patrons ein. Er soll – für viel Geld – ein einziges Aufragswerk erstellen, ein Buch über die Religion, das in der Lage ist, die Massen zu verführen. Und spätestens von diesem Moment an gerät Davids Leben, das nie einfach war, vollständig aus den Fugen: Er verliert die Frau, die er geliebt hat, verliert den einzigen Freund, wird von dubiosen Gestalten gehetzt und von der Polizei gejagt. Am Ende geht sein Leben immer mehr in Flammen auf: Senior Sempere, der alte Buchhändler, der sein ganzes Leben für ihn da war, stirbt… und nicht nur er. Am Ende ist David einsam und verlassen zu ewiger Flucht verdammt… bis…

(711 Seiten)

Zitate

“Sie sollen wissen, dass ich dank Ihnen einen Mann gefunden habe, den ich liebe und der mich liebt, und dass wir zusammen einen Sohn bekommen haben, Daniel, dem ich immer von Ihnen erzähle und der meinem Leben einen Sinn gegeben hat, den sämtliche Bücher der Welt auch nicht ansatzweise erklären könnten.”

“Jedes Buch, das du siehst, jeder Band hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und gelebt und von ihm geträumt haben. Immer wenn ein Buch den Besitzer wechselt, immer wenn jemand den Blick über seine Seiten gleiten lässt, wächst sein Geist, und es wird stärker.”

“Bei einem Lied ist es der Text, den wir zu verstehen meinen, aber was uns daran glauben lässt oder nicht, ist die Musik.”

“Ein Glaubensakt ist ein Akt der Annahme – wir aktzeptieren eine Geschichte, die uns erzählt wird. Und wir akzeptieren nur als wahr, was erzählt werden kann.”

Lesenswert?

♦♦♦♦

 Es gibt wenige Bücher, die so voll traurig-schöner Poesie sind.

Von der Achtung

Posted in Gedanken, Thoughts by waybeyond on Januar 17, 2009

Er sah ihn einen Krug unendlich vorsichtig zum Brunnen tragen.

“Warum tägst Du den Krug so übervorsichtig? Du hast doch noch einen zweiten im Haus stehen.”

“Wer nicht vermag auf zwei Krüge so gut aufzupassen als hätte er nur einen, hat zwei Krüge nicht verdient.”

When Your Mind’s Made Up

Posted in Art, Kunst by waybeyond on Dezember 25, 2008

“When Your Mind’s Made Up” is a great song performed by Glen Hansard & Markéta Irglová in “Once“. The Lyrics are published on lyricsmania.com. The filme scene is available on youtube.com:

Gott muss nicht allmächtig sein

Posted in Gedanken, God, Gott, Thoughts by waybeyond on Juni 22, 2008

Viele Religionen nehmen Gott als allmächtig an. Manche Diskussion bringt die Allmachtsfrage sogar in Verbindung mit der Existenzfrage. Wesentlich scheint aber eigentlich nur zu sein, dass es kein mächtigeres Wesen außer Gott gibt. D.h. also Einschränkungen seiner Macht sind akzeptabel, solange sie nicht dazu führen, dass es ein anderes Wesen gibt, das mächtiger ist.

Auch polytheistische Religionen können so funktionieren. Hier ist es entscheidend, dass es kein Wesen gibt, das mächtiger ist als die Gesamtheit der Götter. Welche Bedingungen hierbei für den einzelnen Gott gelten, ist schwer zu definieren. Entscheidend scheint aber, dass jeder einzelne Gott eines Götterkollektivs immer noch der Anbetung oder des Anrufs würdig ist, d.h. dass er, zumindest in Teilbereichen, mehr Macht als der Mensch hat.

Aktivität ist besser als Passivität.

Posted in Gedanken, Thoughts by waybeyond on Juni 8, 2008

Aktivität ist besser als Passivität.

Auch geistige Aktivität ist Aktivität. Nachdenken, Meditieren, Beten und Lesen sind geistige Aktivitäten. “Aktivität ist besser als Passivität” bedeutet also keinesfalls, dass physisches Handeln besser als geistiges Handeln ist. Auch bedeutet es nicht, dass unbedachtes Handeln besser ist als bedachtes Handeln und unmittelbares Handeln besser als wohlüberlegtes Handeln ist.

Umgekehrt sind gewisse “Aktivitäten” durchaus der Passivität gleichzusetzen (z.B. nicht zielgerichtetes Fernsehen). Wir können also auch (und damit vielleicht besser) sagen:

Zielgerichtete Aktivität ist besser als Passivität und nicht-zielgerichtete Aktivität.

Und natürlich gibt es notwendige Passivität – z.B. den Schlaf, den der menschliche Körper aus physiologischen Gründen benötigt.  Also:

Zielgerichtete Aktivität und notwendige Passivität sind besser als nicht-notwendige Passivität und nicht-zielgerichtete Aktivität.

Hieraus lassen sich z.B. folgende Maximen ableiten:

Tue Notwendiges gleich, wenn Du nichts anderes Notwendiges zu tun hast.
Helfe anderen – und bleibe nicht passiv.
Wenn Du passiv bist, dann nur um dem Körper die notwendige Ruhe (Schlaf) zu geben.

 

Ora et labora

Posted in Gedanken, Thoughts by waybeyond on Juni 7, 2008

Ora et laboraora et lege, Deus adest sine mora

„Bete und arbeite und lese, Gott ist da (oder: Gott hilft) ohne Verzug“

(http://de.wikipedia.org/wiki/Ora_et_labora)