Laufen im Sommer und im Winter

Laufen heißt den Boden spüren… den weichen Waldboden im Sommer, der sanft zurückfedert; und den harten Boden des Feldwegs im Winter, der jeden Schritt schroff zurückweist.

Laufen heißt das Wetter fühlen… die feuchtwarme Sommerluft eines Gewitterabends, die die Lunge füllt; oder den kalten Eisregen des Winters, der sich in den Haaren verfängt.

Laufen heißt die Natur erfahren… im Sommer die heißen, staubigen Felder und die kühlen, schattige Bergwälder; im Winter die kalten Schneefelder und die eisigen Brachflächen.

Laufen heißt eins werden sich mit sich selbst… bis man nur noch läuft, immer weiter läuft.

Ohne Internet

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Ja, es gibt sie: Wohnungen ohne Internetanschluss. Aber kann man dort wohnen? Als Homo Digitalis sicher nicht.

Aber als Homo, als Mensch. Vielleicht würden uns Wohnungen ohne Internetanschluss wieder zu Menschen machen… vielleicht sogar zu wissenden, weisen Menschen, zu Homo Sapiens, die diesen Namen zu Recht und mit Stolz tragen.

Die Ich-Formel

Wer sind wir? Wie lässt sich das Ich beschreiben? Metaphorisch gesehen müsste die Ich-Formel wie f(x) o g(x) … o h(x) aussehen. (Wenn das jemals ein Mathematiker liest, möge er mir verzeihen.) Gemeint ist folgendes: Das Ich, wie wir es zu kennen glauben, gibt es gar nicht. Es gibt nur eine Menge unterschiedlicher Funktionen (im Gehirn des Menschen). Gemeinsam sorgen diese Funktionen dafür, dass wir uns so wahrnehmen, wie wir das normalerweise eben tun.

Es ist durchaus übrigens möglich, dass einzelne dieser Funktionen ausfallen (daher wissen wir überhaupt, dass es sie gibt). So können z.B. räumliche oder zeitliche Orientierung verloren gehen oder, gravierender, die Funktion, die unser Erleben unserer Person zuordnet (Patienten fangen dann oft an in der dritten Person von sich zu reden). Der Rest der Funktionen bildet dann in ihrer Überlagerung (weiterhin) das Ich der Person.

Halt auf freier Strecke

Eigentlich müsste der Film „Halt auf freier Strecke“ „Vollbremsung im Paradies“ heißen. Das Paradies ist – zugegebenermaßen – ein kleinbürgerliches. Da sind Frank und Simone Lange mit ihren Kindern Lilly und Mika endlich angekommen in der kleinen Siedlung am Rande Berlins. In ihrer Dopplehaushälfte. Mit Blick auf die Felder. Und dann: Frank hat einen Tumor. Nicht operabel. Hier beginnt der Film. Und während Frank langsam immer mehr aus dem Leben gleitet, entdeckt der Zuschauer ein kleines Paradies am Abgrund. Wer anfänglich vielleicht noch ein wenig spöttisch auf das spießige Idyll der Langes geschaut hat, begreift nach und nach, was er hier sieht. Simones Liebe zu Frank, zum Beispiel. Oder die Mitmenschlichkeit von Franks Kollegen.

Was hier wie ein Dokumentarfilm erhählt wird, ist einer der beeindruckendsten Spielfilme der letzten Jahre. Der Film ist ganz sicher keine leichte Kost. Aber wer sich auf das Wagnis einlässt, verlässt den Kinosaal mit großer Wahrscheinlichkeit als ein anderer Mensch. Absolut sehenswert.

(Weitere Informationen zum Film gibt es auf Wikipedia.)

Lass Dich nicht durch andere verbiegen

Sei immer Du selbst – egal wie sich Dein Gegenüber verhält. Inbesondere:

  • Lasse Dich nicht provozieren… nicht zu Äußerungen und nicht zu Handlungen.
  • Sei zu anderen höflich und respektvoll… mache dies nicht davon abhängig, dass andere zu Dir höflich und respektvoll sind.
  • Sei freundlich zu Deinen Mitmenschen… auch wenn sie mal einen schlechten Tag haben.
  • Sei anständig (ein altmodisches Wort, aber es steckt auch darin, dass man standhaft bleibt, seinen Standpunkt vertritt), auch wenn andere es nicht sind.
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